05.09.2010
Eine Publikation der Primus Verlag AG
 
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Vorwärts Marsch!

Das macht Freude: Expo & Event. Live Communication Verband Schweiz hat einen neuen Präsidenten. Und der gibt Gas. Vorbei die Zeiten des Zusammenfindens zweier Verbände mit zwei verschiedenen Kulturen. Und zweier mehr als nur verschiedener Co-Präsidenten. Hier der robuste Olma-Chef, der bezüglich der vergangenen zwölf Monate kein Blatt vor den Mund nahm. Dort die Corporate-Communications-Chefin der Messe Schweiz, die denselben Sachverhalt als PR-Profi schönredete.

Simon Ackermann hat gleich in den ersten Tagen seiner Präsidentschaft klar gemacht, dass er Wert auf Kommunikation legt. Er ist aber auch inhaltlich fulminant gestartet und hat den Mitgliedern gleich ein Aktions-Programm für die kommenden vier Jahre vorgelegt. Und  damit – offenbar ganz bewusst – ein gewisses Risiko auf sich genommen. Denn nun sind der Verband und damit auch der Vorstand und sein Präsident messbar geworden. Dass er die Finanzen sanieren will, liegt auf der Hand. Dazu reicht die beschlossene Erhöhung der Mitgliederbeiträge nicht aus. Eine Staffelung der Beiträge ist ein Gebot der Stunde. Es kann doch nicht sein, dass grössere Messeplätze wie zum Beispiel Luzern denselben Beitrag bezahlen wie eine Zweifrau-Eventagentur um die Ecke. Wo da anzusetzen ist, zeigt nur schon die nackte Tatsache, dass der genannte Messeplatz dieses Jahr – trotz Beitragserhöhung – weniger bezahlt als
2009 …

Direkt damit verbunden ist die Frage der Repräsentativität des Verbandes zu stellen. Nicht nur wegen der Fusion ist dieser grossmehrheitlich ein Treff für grössere Unternehmungen mit Schwerpunkt Messe geworden. Stark untervertreten sind die Eventagenturen, denen der Verband bisher offenbar zu wenig bieten konnte.

Bereits in wenigen Wochen will der Vorstand über die Konkretisierung des Projekts «Live Communication Day» informieren. Damit sollen die Existenz und Arbeit der ganzen, noch jungen Branche einem breiteren Publikum sichtbar gemacht und zugleich den Teilnehmern eine weitere Plattform zum Austausch geboten werden. Also wiederum – neben dem neuen President’s Letter – eine Massnahme aus dem Bereich der Kommunikation, die bisher so sträflich vernachlässigt worden war. Auch das weitere Programm der neuen Crew hört sich vielversprechend an. Man ist auf die Umsetzung gespannt.

Ambitiös war auch das Vorhaben, die Verleihung der Xaver-Awards – gemäss dem Diktum, dass das Bessere des Guten Feind ist – auf eine noch höhere Qualitätsstufe zu fahren. Das ist in hohem Masse gelungen. Der Anlass hatte Stil, wurde hervorragend vorbereitet und mustergültig durchgezogen, samt kompenter Moderation. Man ist versucht zu sagen, weiter so.  Einziger Wermutstropfen: Die Teilnehmer hätten sich wohl kaum einer ausführlicheren Präsentation der Sieger-Promotionen verschlossen. Und zu denken gibt auch die magere Beteiligung. Wenn in der Kategorie Live Communication Campaign nur zwei Einsendungen des Preises für würdig empfunden werden, stimmt etwas nicht. Das Mitmachen muss unbedingt eine höhere Wertigkeit erhalten. Da könnte die angedachte Integration in den Live Communication Day hilfreich sein.  Auch die Grossen der Branche sollten wieder von ihrem Olymp herabsteigen . Oder fürchten sie sich vor einem Misserfolg? //

Peter Kuhn

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