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Vorwärts Marsch!
Das macht Freude: Expo & Event. Live Communication Verband Schweiz
hat einen neuen Präsidenten. Und der gibt Gas. Vorbei die Zeiten des
Zusammenfindens zweier Verbände mit zwei verschiedenen Kulturen. Und
zweier mehr als nur verschiedener Co-Präsidenten. Hier der robuste
Olma-Chef, der bezüglich der vergangenen zwölf Monate kein Blatt vor
den Mund nahm. Dort die Corporate-Communications-Chefin der Messe
Schweiz, die denselben Sachverhalt als PR-Profi schönredete.
Simon Ackermann hat gleich in den ersten Tagen seiner Präsidentschaft
klar gemacht, dass er Wert auf Kommunikation legt. Er ist aber auch
inhaltlich fulminant gestartet und hat den Mitgliedern gleich ein
Aktions-Programm für die kommenden vier Jahre vorgelegt. Und
damit – offenbar ganz bewusst – ein gewisses Risiko auf sich genommen.
Denn nun sind der Verband und damit auch der Vorstand und sein
Präsident messbar geworden. Dass er die Finanzen sanieren will, liegt
auf der Hand. Dazu reicht die beschlossene Erhöhung der
Mitgliederbeiträge nicht aus. Eine Staffelung der Beiträge ist ein
Gebot der Stunde. Es kann doch nicht sein, dass grössere Messeplätze
wie zum Beispiel Luzern denselben Beitrag bezahlen wie eine
Zweifrau-Eventagentur um die Ecke. Wo da anzusetzen ist, zeigt nur
schon die nackte Tatsache, dass der genannte Messeplatz dieses Jahr –
trotz Beitragserhöhung – weniger bezahlt als
2009 …
Direkt damit verbunden ist die Frage der Repräsentativität des
Verbandes zu stellen. Nicht nur wegen der Fusion ist dieser
grossmehrheitlich ein Treff für grössere Unternehmungen mit Schwerpunkt
Messe geworden. Stark untervertreten sind die Eventagenturen, denen der
Verband bisher offenbar zu wenig bieten konnte.
Bereits in wenigen Wochen will der Vorstand über die Konkretisierung
des Projekts «Live Communication Day» informieren. Damit sollen die
Existenz und Arbeit der ganzen, noch jungen Branche einem breiteren
Publikum sichtbar gemacht und zugleich den Teilnehmern eine weitere
Plattform zum Austausch geboten werden. Also wiederum – neben dem neuen
President’s Letter – eine Massnahme aus dem Bereich der Kommunikation,
die bisher so sträflich vernachlässigt worden war. Auch das weitere
Programm der neuen Crew hört sich vielversprechend an. Man ist auf die
Umsetzung gespannt.
Ambitiös war auch das Vorhaben, die Verleihung der Xaver-Awards –
gemäss dem Diktum, dass das Bessere des Guten Feind ist – auf eine noch
höhere Qualitätsstufe zu fahren. Das ist in hohem Masse gelungen. Der
Anlass hatte Stil, wurde hervorragend vorbereitet und mustergültig
durchgezogen, samt kompenter Moderation. Man ist versucht zu sagen,
weiter so. Einziger Wermutstropfen: Die Teilnehmer hätten sich
wohl kaum einer ausführlicheren Präsentation der Sieger-Promotionen
verschlossen. Und zu denken gibt auch die magere Beteiligung. Wenn in
der Kategorie Live Communication Campaign nur zwei Einsendungen des
Preises für würdig empfunden werden, stimmt etwas nicht. Das Mitmachen
muss unbedingt eine höhere Wertigkeit erhalten. Da könnte die
angedachte Integration in den Live Communication Day hilfreich
sein. Auch die Grossen der Branche sollten wieder von ihrem Olymp
herabsteigen . Oder fürchten sie sich vor einem Misserfolg? //
Peter Kuhn


