06.02.2012
Eine Publikation der Primus Verlag AG
 
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Das Tessin wirbt mit 2300 sonnigen Stunden pro Jahr

Der südlichste Kanton der Schweiz punktet nicht nur mit einer guten Infrastruktur, sondern überzeugt auch dank seinem angenehmen Klima und seinen Naturschönheiten.

Die maximale Teilnehmerzahl für einen Kongress im Tessin liegt bei 1000. Bei grösseren Anlässen würden die Hotelbetten knapp, da die Sonnenstube der Schweiz auch während des ganzen Jahres Leisure-Gäste anzieht. Ein kleiner Nachteil, der aber dadurch wettgemacht wird, dass auch MICE-Kunden von den touristischen Attraktionen profitieren. Auf dem Kantonsgebiet findet man eine abwechslungsreiche Landschaft und hat in den Meeting-freien Stunden Gelegenheit, das dolce far niente zu geniessen. «Zum Beispiel unter Palmen, an glitzernden Seeufern oder auf malerischen Wegen durch kühle Kastanienwälder; in Strassencafés mediterraner Städtchen oder in versteckten Grotti; tief in wilden Flusstälern oder hoch auf prächtigen Aussichtsbergen – überall wartet das Naturerlebnis Tessin», sagt Patrick Lardi, Vizedirektor Ticino Turismo und Leiter der Abteilung Marketing & Kommunikation.

Ausserdem punkte die Region mit einem milden Klima, über 2300 Sonnenstunden pro Jahr und biete den längsten Openair-Veranstaltungskalender der Schweiz: Vom Kamelienfestival im März bis zum Trauben- und Käse-Festival im Oktober finden über 300 Veranstaltungen unter freiem Himmel statt. Und «wie könnte man ein Meeting besser abschliessen, als um einen Tisch sitzend, mit einem köstlichen Essen und einem guten Merlot vor sich», so Alessia Bernasconi, Product Manager MICE bei Ticino Turismo.

«Schweizer Meeting Planner sollen aber vor allem deshalb ins Tessin kommen, weil sie praktisch vor ihrer Haustür eine qualitativ hochwertige Infrastruktur finden. Dank dem Regionalflughafen Lugano-Agno mit Direktflügen von und nach Genf, Zürich, Rom und dem nahegelegenen internationalen Flughafen Mailand Malpensa, ist die Region sehr einfach zu erreichen. Attraktiv ist auch die Anfahrt per Bahn – auf Wunsch in speziellen Panorama-Wagen».

MICE-Infrastruktur

Zurzeit beträgt der MICE-Umsatz im Tessin Schätzungen zufolge rund fünf Prozent des touristischen Umsatzes. Dabei liegen die Werte der Region Lugano etwas über dieser Zahl, jene der Leisure-starken Regionen Ascona und Locarno etwas darunter. Laut Alessia Bernasconi verfügt das Tessin über ein ausreichendes Angebot, um gegenüber anderen Schweizer MICE-Destinationen konkurrenzfähig zu sein. Vom klassischen Kongresssaal bis zur Tunnelbaustelle der AlpTransit seien den Location-Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt – auch Sonderwünsche würden berücksichtigt. «Wie wäre es mit einem bedeutungsvollen Ort am Fusse des Gotthardmassivs inmitten schneebedeckter Nadelwälder? Oder tief drinnen im Berg, in einem ehemaligen Militärbunker? Oder vielleicht doch lieber in den Räumen eines Kongresszentrums in Altstadtnähe oder an einem See?» so Alessia Bernasconi.

Das Kongresszentrum in Lugano verfügt beispielsweise über moduläre Räume für über 1000 Personen und liegt in unmittelbarer Nähe der Finanzzentren, Hotels, Geschäfte und des Parco Ciani. Und in Bellinzona bietet die Burg Castelgrande mit ihrem historischen Ambiente und moderner Kongress-Infrastruktur eine ideale Plattform für mondäne und kulturelle Events. «Selbst auf dem Monte Verità, wo Energie, Begeisterung und die Magie der Stätte hautnah wahrnehmbar sind, gibt es ein Kongresszentrum mit Museum und botanischem Garten.»

Hotelsituation

Die grössten 5-, 4- und 3-Sterne Hotels in der Region verfügen über maximal 100 Zimmer (in einzelnen Fällen sind es 130 bis 140 Zimmer). Dies stellt Ticino Turismo bei Anfragen von grösseren Gruppen vor eine Herausforderung. «Je nach Buchungssituation und Jahreszeit kann das Problem gelöst werden, indem man zwei benachbarte Hotels mit ähnlichem Standard miteinander kombiniert», erklärt Alessia Bernasconi. Bei grösseren Kongresen empfehle sich ein frühes Buchen. An der momentanen Situation werde sich auch in Zukunft nichts ändern, da man Wert auf die Authentizität der bestehenden Häuser und des Landschaftsbildes lege und daher den Bau von grossen Hotelkomplexen verhindern wolle.

Incentive-Angebot

Das Angebot an Rahmenprogrammen und Incentives ist auch im Tessin breit gefächert und reicht von Motorradausflügen über mittelalterliche Events bis hin zu 007-Spektakeln im Verzasca-Tal, wo einige Szenen von «Goldeneye» gedreht wurden. Nach ihrem persönlichen Incentive-Tipp befragt, meint Alessia Bernasconi: «Da ich es schätze, in kurzer Zeit möglichst viel zu erleben, würde ich ein Programm vorschlagen, das verschiedene Charakteristiken der Region in sich vereint. Beginnen könnte der Tag beispielsweise mit einer Panorama-Fahrt in der Drahtseilbahn auf den Monte San Salvatore, wo es auch Möglichkeiten gibt, ein Meeting abzuhalten. Nach einem Abstieg zu Fuss ginge es weiter mit einer Mountainbike-Tour durch Wälder und Blumenwiesen. Vor dem Mittagessen im Restaurant Alpe Vicania, das sich mitten in einem historischen Landgut befindet, könnte man sich bei einem Öl- oder Wine-Tasting Appetit holen, danach ein Schloss besichtigen und ein Orgel-Konzert in der Kirche S. Maria del Sasso geniessen. Dann hätte man die Möglichkeit, im Park Scherrer zu relaxen oder im Grotto del Parco eine typische Torta di Pane zu kosten, bevor es per Boot zurück zum Ausgangspunkt ginge – natürlich mit einem Apéro bei Sonnenuntergang.» Die Incentive-Angebote würden rege genutzt; schade sei nur, dass Kunden oft vergässen, dass sich das Tessin ebenso gut für Kongresse eigne: «Die Infrastruktur ist vorhanden und die Landschaft bildet eine einmalige Kulisse. Besonders Schweizer Meeting Planner müssen stärker auf diese Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden», so Alessia Bernasconi. Vor den Märkten Deutschland und Italien ist die Schweiz der wichtigste Quellmarkt.

Neuheiten

Vor kurzem wurde im futuristischen Palazzo Mantegazza in Lugano der Mehrzwecksaal «Metamorphosis» eingeweiht, eine 450 Quadratmeter grosse Eventlocation, die mit der neusten Technik ausgestattet wurde. Sie erlaubt es, den Raum vollkommen zu personalisieren und nach Belieben zu gestalten – beispielsweise, indem man die Wände, den Boden oder die Decke verändert, mit Licht und/oder Bildern spielt.

Das wichtigste und prestigeträchtigste Projekt in Lugano ist zurzeit das Lugano Cultural Centre, das auf dem Grundstück des 1855 eröffneten Hotel Palace gebaut wird. Hier soll integriert in die Fassaden des ehemaligen Hotels ein neuer, moderner Kulturkomplex entstehen, der auch über eine grosse, gläserne Halle verfügen wird, die sich für die Durchführung verschiedener Veranstaltungen und Events eignen und Zugang zu einem Theater mit 1000 Sitzplätzen und einer drehbaren Bühne sowie einem 2360 Quadratmeter grossen Kunstmuseum bieten soll. Ergänzt wird der Komplex durch zwei kleinere Säle und einer Tiefgarage; er soll 2013 eröffnet werden.

Das neue Lido Locarno, eine Wellness- und Freizeitoase mit verschiedenen Indoor- und Outdoor-Pools, soll weiter vergrössert werden und neben einem Spa-Bereich auch eine Infrastruktur für private und Firmen-Events erhalten.

Keine grossen Annullierungen

Auch Ticino Turismo fokussiert stärker auf den MICE-Bereich. Unter anderem wird die Site www.meetings.ticino.ch bis Oktober 2010 komplett umgestylt und durch eine Mini-Website mit einem verbesserten und ausgebauten Venue-Finder-Tool ergänzt. Ausserdem sollen Vorschläge für Incentives und Kontakt-Formulare für Meeting Planners leichter zugänglich sein. In den kommenden Jahren will Ticino Turismo gemeinsam mit seinen Partnern einen zweitägigen Open Door-Event für Meeting Planners durchführen, an dem die verschiedenen MICE-Möglichkeiten vor Ort kennen gelernt werden können. Im 2009 fanden in der Region 25 Kongresse statt; trotz der Wirtschaftskrise gab es laut Alessia Bernasconi keine grossen Annullierungen.

Dagegen sei die Zahl der Meetings mit Übernachtungen im vergangenen Jahr gesunken oder die Aufenthaltsdauer kürzer geworden, während die Zahl der einheimischen Meetings konstant geblieben sei. Auch habe sich die Art der Kongresse verändert; es gab eine Verschiebung von weniger Schweizer zu mehr internationalen Kongressen. Stabil geblieben seien die privaten Events, die tendenziell eher zugenommen hätten – dies gelte vor allem für Hochzeiten.

Der aktuelle Buchungsstand ähnle demjenigen der Vorjahresperiode; für konkrete Prognosen sei es noch zu früh: «Die Saison hat mit einer grossen Anzahl Meetings mit Incentives begonnen, der Monat Mai ist sehr gut gebucht. Und auch die Zahl der bestätigten Kongresse ist in etwa dieselbe wie im Jahr 2009», sagt Alessia Bernasconi. //

Denise Weisflog

» www.meetings.ticino.ch
»mice@ticino.ch

Open-Air-Veranstaltungen Sommer 2010

Estival Jazz (Mendrisio / Lugano)
Ein Jazz-Cocktail in all seinen Facetten, verbunden mit anderen Genres wie Blues, Pop, Soul, Funk, Rock und World Music. Eine Reihe von kostenlosen Open-Air-Konzerten von international bekannten Künstlern begeistern seit 30 Jahren jeden Sommer Tausende von Musikliebhabern auf den Plätzen von Lugano und Mendrisio. Dieses Jahr findet das Estival Jazz vom 25.-26. Juni in Mendrisio und vom 1.–3. Juli in Lugano statt.

Moon and Stars (Locarno)
Für Moon and Stars wandelt sich der «Salotto» von Locarno im Juli zur Bühne für bekannte Interpreten des internationalen Pop und Rock. Dieses Festival umfasst rund zehn Konzerte auf der spektakulären Piazza Grande, dieses Jahr unter anderem von Jamiroquai oder Stevie Wonder. Trotz seiner kurzen Bestehungszeit gehört die Locarneser Veranstaltung zu den beliebtesten Etappen der internationalen Musiker und Sänger auf Tour und wird von einigen sogar «das Montreux der Alpensüdseite» genannt. 7.-17. Juli 2010.

Filmfestival Locarno
Seit über 60 Jahren rückt das Filmfestival die Stadt Locarno in den Mittelpunkt des Kinogeschehens. Dank seiner Bedeutung als eines der wichtigsten Kinoereignisse des Jahres, wird die Stadt während elf Tagen zum Treffpunkt für Cineasten, Spezialisten und Filmfreunde. Mit den abendlichen Vorführungen unter dem Sternenzelt auf der Piazza Grande, auf einer der weltweit grössten Leinwände, rühmt sich Locarno als «schönster Kinosaal unter freiem Himmel.» 4.–14. August 2010.

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