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Das Tessin wirbt mit 2300 sonnigen Stunden pro Jahr
Der südlichste Kanton der Schweiz punktet nicht nur mit einer guten Infrastruktur, sondern überzeugt auch dank seinem angenehmen Klima und seinen Naturschönheiten.
Die maximale Teilnehmerzahl für einen Kongress im Tessin liegt bei
1000. Bei grösseren Anlässen würden die Hotelbetten knapp, da die
Sonnenstube der Schweiz auch während des ganzen Jahres Leisure-Gäste
anzieht. Ein kleiner Nachteil, der aber dadurch wettgemacht wird, dass
auch MICE-Kunden von den touristischen Attraktionen profitieren. Auf
dem Kantonsgebiet findet man eine abwechslungsreiche Landschaft und hat
in den Meeting-freien Stunden Gelegenheit, das dolce far niente zu
geniessen. «Zum Beispiel unter Palmen, an glitzernden Seeufern oder auf
malerischen Wegen durch kühle Kastanienwälder; in Strassencafés
mediterraner Städtchen oder in versteckten Grotti; tief in wilden
Flusstälern oder hoch auf prächtigen Aussichtsbergen – überall wartet
das Naturerlebnis Tessin», sagt Patrick Lardi, Vizedirektor Ticino
Turismo und Leiter der Abteilung Marketing & Kommunikation.
Ausserdem punkte die Region mit einem milden Klima, über 2300
Sonnenstunden pro Jahr und biete den längsten
Openair-Veranstaltungskalender der Schweiz: Vom Kamelienfestival im
März bis zum Trauben- und Käse-Festival im Oktober finden über 300
Veranstaltungen unter freiem Himmel statt. Und «wie könnte man ein
Meeting besser abschliessen, als um einen Tisch sitzend, mit einem
köstlichen Essen und einem guten Merlot vor sich», so Alessia
Bernasconi, Product Manager MICE bei Ticino Turismo.
«Schweizer Meeting Planner sollen aber vor allem deshalb ins Tessin
kommen, weil sie praktisch vor ihrer Haustür eine qualitativ
hochwertige Infrastruktur finden. Dank dem Regionalflughafen
Lugano-Agno mit Direktflügen von und nach Genf, Zürich, Rom und dem
nahegelegenen internationalen Flughafen Mailand Malpensa, ist die
Region sehr einfach zu erreichen. Attraktiv ist auch die Anfahrt per
Bahn – auf Wunsch in speziellen Panorama-Wagen».
MICE-Infrastruktur
Zurzeit beträgt der MICE-Umsatz im Tessin Schätzungen zufolge rund fünf
Prozent des touristischen Umsatzes. Dabei liegen die Werte der Region
Lugano etwas über dieser Zahl, jene der Leisure-starken Regionen Ascona
und Locarno etwas darunter. Laut Alessia Bernasconi verfügt das Tessin
über ein ausreichendes Angebot, um gegenüber anderen Schweizer
MICE-Destinationen konkurrenzfähig zu sein. Vom klassischen
Kongresssaal bis zur Tunnelbaustelle der AlpTransit seien den
Location-Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt – auch Sonderwünsche
würden berücksichtigt. «Wie wäre es mit einem bedeutungsvollen Ort am
Fusse des Gotthardmassivs inmitten schneebedeckter Nadelwälder? Oder
tief drinnen im Berg, in einem ehemaligen Militärbunker? Oder
vielleicht doch lieber in den Räumen eines Kongresszentrums in
Altstadtnähe oder an einem See?» so Alessia Bernasconi.
Das Kongresszentrum in Lugano verfügt beispielsweise über moduläre
Räume für über 1000 Personen und liegt in unmittelbarer Nähe der
Finanzzentren, Hotels, Geschäfte und des Parco Ciani. Und in Bellinzona
bietet die Burg Castelgrande mit ihrem historischen Ambiente und
moderner Kongress-Infrastruktur eine ideale Plattform für mondäne und
kulturelle Events. «Selbst auf dem Monte Verità, wo Energie,
Begeisterung und die Magie der Stätte hautnah wahrnehmbar sind, gibt es
ein Kongresszentrum mit Museum und botanischem Garten.»
Hotelsituation
Die grössten 5-, 4- und 3-Sterne Hotels in der Region verfügen über
maximal 100 Zimmer (in einzelnen Fällen sind es 130 bis 140 Zimmer).
Dies stellt Ticino Turismo bei Anfragen von grösseren Gruppen vor eine
Herausforderung. «Je nach Buchungssituation und Jahreszeit kann das
Problem gelöst werden, indem man zwei benachbarte Hotels mit ähnlichem
Standard miteinander kombiniert», erklärt Alessia Bernasconi. Bei
grösseren Kongresen empfehle sich ein frühes Buchen. An der momentanen
Situation werde sich auch in Zukunft nichts ändern, da man Wert auf die
Authentizität der bestehenden Häuser und des Landschaftsbildes lege und
daher den Bau von grossen Hotelkomplexen verhindern wolle.
Incentive-Angebot
Das Angebot an Rahmenprogrammen und Incentives ist auch im Tessin breit
gefächert und reicht von Motorradausflügen über mittelalterliche Events
bis hin zu 007-Spektakeln im Verzasca-Tal, wo einige Szenen von
«Goldeneye» gedreht wurden. Nach ihrem persönlichen Incentive-Tipp
befragt, meint Alessia Bernasconi: «Da ich es schätze, in kurzer Zeit
möglichst viel zu erleben, würde ich ein Programm vorschlagen, das
verschiedene Charakteristiken der Region in sich vereint. Beginnen
könnte der Tag beispielsweise mit einer Panorama-Fahrt in der
Drahtseilbahn auf den Monte San Salvatore, wo es auch Möglichkeiten
gibt, ein Meeting abzuhalten. Nach einem Abstieg zu Fuss ginge es
weiter mit einer Mountainbike-Tour durch Wälder und Blumenwiesen. Vor
dem Mittagessen im Restaurant Alpe Vicania, das sich mitten in einem
historischen Landgut befindet, könnte man sich bei einem Öl- oder
Wine-Tasting Appetit holen, danach ein Schloss besichtigen und ein
Orgel-Konzert in der Kirche S. Maria del Sasso geniessen. Dann hätte
man die Möglichkeit, im Park Scherrer zu relaxen oder im Grotto del
Parco eine typische Torta di Pane zu kosten, bevor es per Boot zurück
zum Ausgangspunkt ginge – natürlich mit einem Apéro bei
Sonnenuntergang.» Die Incentive-Angebote würden rege genutzt; schade
sei nur, dass Kunden oft vergässen, dass sich das Tessin ebenso gut für
Kongresse eigne: «Die Infrastruktur ist vorhanden und die Landschaft
bildet eine einmalige Kulisse. Besonders Schweizer Meeting Planner
müssen stärker auf diese Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden», so
Alessia Bernasconi. Vor den Märkten Deutschland und Italien ist die
Schweiz der wichtigste Quellmarkt.
Neuheiten
Vor kurzem wurde im futuristischen Palazzo Mantegazza in Lugano der
Mehrzwecksaal «Metamorphosis» eingeweiht, eine 450 Quadratmeter grosse
Eventlocation, die mit der neusten Technik ausgestattet wurde. Sie
erlaubt es, den Raum vollkommen zu personalisieren und nach Belieben zu
gestalten – beispielsweise, indem man die Wände, den Boden oder die
Decke verändert, mit Licht und/oder Bildern spielt.
Das wichtigste und prestigeträchtigste Projekt in Lugano ist zurzeit
das Lugano Cultural Centre, das auf dem Grundstück des 1855 eröffneten
Hotel Palace gebaut wird. Hier soll integriert in die Fassaden des
ehemaligen Hotels ein neuer, moderner Kulturkomplex entstehen, der auch
über eine grosse, gläserne Halle verfügen wird, die sich für die
Durchführung verschiedener Veranstaltungen und Events eignen und Zugang
zu einem Theater mit 1000 Sitzplätzen und einer drehbaren Bühne sowie
einem 2360 Quadratmeter grossen Kunstmuseum bieten soll. Ergänzt wird
der Komplex durch zwei kleinere Säle und einer Tiefgarage; er soll 2013
eröffnet werden.
Das neue Lido Locarno, eine Wellness- und Freizeitoase mit
verschiedenen Indoor- und Outdoor-Pools, soll weiter vergrössert werden
und neben einem Spa-Bereich auch eine Infrastruktur für private und
Firmen-Events erhalten.
Keine grossen Annullierungen
Auch Ticino Turismo fokussiert stärker auf den MICE-Bereich. Unter
anderem wird die Site www.meetings.ticino.ch bis Oktober 2010 komplett
umgestylt und durch eine Mini-Website mit einem verbesserten und
ausgebauten Venue-Finder-Tool ergänzt. Ausserdem sollen Vorschläge für
Incentives und Kontakt-Formulare für Meeting Planners leichter
zugänglich sein. In den kommenden Jahren will Ticino Turismo gemeinsam
mit seinen Partnern einen zweitägigen Open Door-Event für Meeting
Planners durchführen, an dem die verschiedenen MICE-Möglichkeiten vor
Ort kennen gelernt werden können. Im 2009 fanden in der Region 25
Kongresse statt; trotz der Wirtschaftskrise gab es laut Alessia
Bernasconi keine grossen Annullierungen.
Dagegen sei die Zahl der Meetings mit Übernachtungen im vergangenen
Jahr gesunken oder die Aufenthaltsdauer kürzer geworden, während die
Zahl der einheimischen Meetings konstant geblieben sei. Auch habe sich
die Art der Kongresse verändert; es gab eine Verschiebung von weniger
Schweizer zu mehr internationalen Kongressen. Stabil geblieben seien
die privaten Events, die tendenziell eher zugenommen hätten – dies
gelte vor allem für Hochzeiten.
Der aktuelle Buchungsstand ähnle demjenigen der Vorjahresperiode; für
konkrete Prognosen sei es noch zu früh: «Die Saison hat mit einer
grossen Anzahl Meetings mit Incentives begonnen, der Monat Mai ist sehr
gut gebucht. Und auch die Zahl der bestätigten Kongresse ist in etwa
dieselbe wie im Jahr 2009», sagt Alessia Bernasconi. //
Denise Weisflog
» www.meetings.ticino.ch
»mice@ticino.ch
Open-Air-Veranstaltungen Sommer 2010
Estival Jazz (Mendrisio / Lugano)
Ein Jazz-Cocktail in all seinen Facetten, verbunden mit anderen Genres
wie Blues, Pop, Soul, Funk, Rock und World Music. Eine Reihe von
kostenlosen Open-Air-Konzerten von international bekannten Künstlern
begeistern seit 30 Jahren jeden Sommer Tausende von Musikliebhabern auf
den Plätzen von Lugano und Mendrisio. Dieses Jahr findet das Estival
Jazz vom 25.-26. Juni in Mendrisio und vom 1.–3. Juli in Lugano statt.
Moon and Stars (Locarno)
Für Moon and Stars wandelt sich der «Salotto» von Locarno im Juli zur
Bühne für bekannte Interpreten des internationalen Pop und Rock. Dieses
Festival umfasst rund zehn Konzerte auf der spektakulären Piazza
Grande, dieses Jahr unter anderem von Jamiroquai oder Stevie Wonder.
Trotz seiner kurzen Bestehungszeit gehört die Locarneser Veranstaltung
zu den beliebtesten Etappen der internationalen Musiker und Sänger auf
Tour und wird von einigen sogar «das Montreux der Alpensüdseite»
genannt. 7.-17. Juli 2010.
Filmfestival Locarno
Seit über 60 Jahren rückt das Filmfestival die Stadt Locarno in den
Mittelpunkt des Kinogeschehens. Dank seiner Bedeutung als eines der
wichtigsten Kinoereignisse des Jahres, wird die Stadt während elf Tagen
zum Treffpunkt für Cineasten, Spezialisten und Filmfreunde. Mit den
abendlichen Vorführungen unter dem Sternenzelt auf der Piazza Grande,
auf einer der weltweit grössten Leinwände, rühmt sich Locarno als
«schönster Kinosaal unter freiem Himmel.» 4.–14. August 2010.

