05.09.2010
Eine Publikation der Primus Verlag AG
 
« zurück

Location-Streifzug im unbekannten Wien

Wien ist nicht nur eine der wichtigsten Kongressstädte der Welt. Die Donaustadt überrascht auch mit unzähligen Locations abseits des Gewöhnlichen.

Wer von MICE-Wien spricht, denkt vorerst einmal ans Austria Center Vienna, an die Hofburg mit dem Sissi-Museum und an das von Reed betriebene Congress Center in der Messe. Aber Wien hat mehr zu bieten, viel mehr. Eine kleine Aufzählung von Locations traditioneller oder ausgefallener Art und Hinweise auf Möglichkeiten für Freizeitprogramme sollen dies aufzeigen.

Tradition über alles

Von jeher ist Österreichs Hauptstadt stolz auf ihre musikalische Tradition. So finden sich immer wieder Hinweise auf Beethoven, Mozart, Schubert, Johann Strauss und Haydn. In der – damals äusseren – Vorstadt erwarb Josef Haydn 1793 ein Haus, das zu seiner Bleibe bis zu seinem Tod im Jahr 1800 wurde. Im bezaubernden Garten des heute zum Museum umfunktionierten Hauses bietet sich die Möglichkeit, mitten im 6. Bezirk Apéros für bis zu 200 Personen zu veranstalten, die nicht nur für Musikliebhaber gedacht sein müssen. Man fühlt sich in dieser Atmosphäre echt ins Wien des 19. Jahrhunderts zurückversetzt und geniesst den Nostalgie-Trip.

Wer es weniger mit der Musik hat, wird vielleicht Gefallen am Hofmobiliendepot finden, dem ehemaligen k.und k. Mobilienmagazin, einer einzigartigen Mischung von Lager, Werkstätte, Verwaltung und Museum, das nach einer wechselvollen Geschichte 1998 als grösstes Möbelmuseum der Welt eingerichtet wurde. Es dient nicht nur der Beschaffung von stilechten Gegenständen für die Gestaltung historischer Filme, sondern kann auch von Interessierten besichtigt werden. Darüber hinaus kann das Foyer für Empfänge genutzt werden. Der Einbezug der eigentlichen Ausstellungsräume wird eher restriktiv gehandhabt. So ist zum Beispiel der Verzehr von Köstlichkeiten aus der Küche neben Sissis Kleidern nicht erlaubt. Aber die Atmosphäre entspricht einem der Klischees der Stadt hochgradig.

In dieselbe Kategorie gehört das Obere Belvedere, in dem sich die grösste Sammlung von Gemälden des einheimischen Künstlers Gustav Klimt («Der Kuss») findet. In diesem Schloss mit seiner einmaligen Stadtlage und den tollen Blicken auf Park und Innenstadt können einzelne Räume für Empfänge genutzt werden, die es in sich haben.

Neu im Angebot

Wer den historischen Aspekt weniger stark gewichtet, dem sei ein Blick auf das 2008 neu eröffnete Novomatic Forum an der Friedrichstrasse empfohlen. Dieses 1923 von zwei Schülern des bekannten Wiener Architekten Otto Wagner erbaute Gebäude diente bis vor Kurzem dem 1917 gegründeten Österreichischen Verkehrsbüro als Bürohaus. Novomatic baute es mit einem Einsatz von 20 Mio. Euro zu einer Art Kulturzentrum aus, das für Performances der Sparten Literatur, Klangkunst, Musik und Theater genutzt wird. Das gestylte Haus mit einem grossen Saal von 11x23 Metern kann aber auch als Tagungszentrum oder Ort der Begegnung von bis zu 200 Personen genutzt werden.

Wer sich in der Nähe des Austria Centers Vienna einen Blick auf die Stadt gönnen will, bucht einen Event im 21. Stockwerk des Saturn Towers in Danube City. Von der Terrasse der «Wolke 21» genannten Location hat man einen atemberaubenden Blick auf die Stadt, die Weinberge und den Wiener Wald.

Tagen im Reich der Psychiatrie

Vor etwas mehr als hundert Jahren erbaute Otto Wagner vor den Toren der Stadt eine psychiatrische Anstalt im Pavillon-Stil mit dem Namen Steinhof. Als Vorreiter eines strengen Funktionalismus gilt die Kirche im Steinhof auch als markantes Beispiel für den aufkommenden Jugendstil. Dazu gehört auch das angegliederte Jugendstiltheater, das heute als Gastiertheater  betrieben wird. Auch wenn der Bau mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist, für Veranstaltungen mit Retro-Charakter bietet er sich geradezu an. Und wer weiss, vielleicht ist die Tatsache, dass die umliegenden Pavillons nach wie vor durch die Psychiatrie belegt sind, jener auslösende Fakt, der einem Veranstalter auf der Suche nach Originalität, ja auch Authentizität als USP geradezu gelegen kommt …

Nach getaner Arbeit

Er ist eines der Wahrzeichen der Stadt: der Prater. Der grösste Freizeitpark der Welt bildet nicht nur Teil der grünen Lunge Wiens, das zu 50% von Grünfläche bedeckt ist, sondern ist in seiner Ausbildung als Wurschtl Prater auch Teil der Unterhaltungsszene. Eine Fahrt auf dem 1897 in Betrieb genommenen Riesenrad gehört zum Standardprogramm der Besucher. Dabei können einzelne Kabinen auch für Veranstaltungen gemietet und zu Partyräumen umfunktioniert werden. Da mischt sich dann das optische Vergnügen mit Gaumenfreuden und dem Genuss von Weinen der nahe gelegenen Anbaugebiete.

Und wer es abends deftig und gemütlich mag, wird seine Schritte Richtung Wiener Wald nach Grinzing oder Heiligenstadt lenken und dort einen Heurigen- Abend geniessen. Da gibt’s dann neben dem lokalen Wein, dem Heurigen (oder einem Sturm) auch Grünen Veltliner, Rheinriesling, Zweigelt Rosé oder einen gemischten Satz Rot. Und das Buffet besteht aus lauter deftigen, lokalen Hits. Besonders empfehlenswert sind jene Lokale, deren Leben sich im Sommer draussen abspielt.

Für Abwechslung untertags sorgen zahlreiche urige Gaststätten, die – wie zum Beispiel das Restaurant Grünspan im 16. Bezirk – ihr Angebot in schattigen Gärten präsentieren.
Und sollten einem all diese Köstlichkeiten tags darauf zu stark auf dem Magen liegen, ist ein Besuch an der Alten Donau angesagt.

Auf dem seeartigen Gewässer in der Nähe von Donau City kann man Elektromotor-Boote mieten und sich auf einer Fahrt den Ufern entlang von den abendlichen Ausschweifungen erholen. Segler können die Gelegenheit zu einem Turn auf dem Gewässer nutzen. Dabei kommt ihnen zugute, dass in Wien meist ein Wind aus Richtung West bläst, der einem auch das sommerliche Klima im Wiener Kessel erträglich erscheinen lässt.

Und wer dies im Kreise von Gleichgesinnten tun will, mietet sich bei Hofbauer gleich ein Partyboot mit entsprechendem Service. Wer es lieber noch aktiver mag, dem sei geraten, sich am TV-Turm auf der Donauinsel als Bungee-Jumper zu versuchen. //   

Peter Kuhn

» www.vienna-convention.at

Auf der gesamten Website suchen nach:
 
Besuchen Sie den grössten Stellenmarkt der Reisebranche.